Sauerland ist Powerland unsere Etappenfahrt

Sauerland ist Powerland!

(Etappenfahrt 2017 des RTC Mehlem)

Mitte September: Das ist traditionell die Zeit für die Etappenfahrt der Mitglieder des RTC Mehlem. So fanden sich am 15. September 2017 auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Vereinsmitglieder und befreundete Sportsfreunde zusammen, um noch einmal in den Genuss der letzten Zuckungen des sich verabschiedenden Rennrad-Sommers zu kommen. 17 Fahrer waren es in diesem Jahr, die sich an dem jährlichen „Mittelgebirgsprogramm“ beteiligen wollten. Das bedeutete einen neuen Teilnehmerrekord. In diesem Jahr wurden sogar gleich drei Mittelgebirge angesteuert: das Siegerland, das Sauerland und das Bergische Land.

Freitagmorgen um 09:00 Uhr in Werthhoven: Im Hof von Vereinsmitglied Paul Güttes stieg die Spannung. Für die Traditionalisten unter den Fahrern gehört der dortige gemeinsame Start untrennbar zum Programm dazu. Schnell noch mal die Klamotten geprüft, den Tacho auf 0 gestellt, noch einmal einen Schluck getrunken und ab ging die Post!

Zunächst nur bergab zum Rhein, und dann zur Fähre in Rolandseck, wo bereits die restlichen Teilnehmer warteten. Dann auf dem „Seeweg“ nach Bad Honnef – und schon ging es wieder bergauf. Von Bad Honnef führte die Reise über Ägidienberg, Buchholz im Westerwald nach Stadt Blankenberg an der Sieg. Dort wurde der Siegtal-Radweg unter die schmalen Reifen genommen. Bis Dattenfeld führte dieser - bis auf wenige Ausnahmen - flach an der schönen Sieg entlang. Hier legten die RTCler eine ausgiebige Mittagspause ein, bevor sie sich an die letzten Kilometer und Höhenmeter begaben.

Als schließlich die Kleinstadt Kirchen an der Sieg erreicht wurde, konnten die Radler auch schon das Etappenziel entdecken: Auf einem Kegelberg gelegen, befindet sich dort die Freusburg, in der die dortige Jugendherberge untergebracht ist. Jetzt, spätestens aber nachdem am Fuße des Berges ein Verkehrsschild auf eine Steigung von 22 % (!) hinwies, wurde allen klar, dass vor dem wohlverdienten „Etappenabschluss-Bier“ noch eine richtige Anstrengung bevorstand.

Die Unterbringung erfolgte dafür jedoch feudal. Eine wirklich schöne und mit viel Engagement geführte Jugendherberge in einer alten Ritterburg findet man nicht oft. Beim gemeinsamen Abendessen in Kirchen wurden noch einmal die Ereignisse des Tages Revue passieren gelassen bevor man sich in die ritterlichen Kemenaten zur Nachtruhe begab.

Samstagmorgen: Dichter Nebel waberte um die Burg. Der nahende Herbst sandte schon einmal seine ersten Vorboten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zunächst wieder steil bergab (sieh oben: 22 %...). Wurden am Vortag noch die Beinmuskeln trainiert, waren jetzt die Handmuskeln bei der Betätigung der Bremshebel dran.

Zunächst verlief die Strecke moderat über Freudenbach nach Siegen. Nachdem diese verkehrsreiche Stadt hinter den Radlern lag, lockte schon das schöne Sauerland mit seinen drei „W“ (Wiesen, Wälder, Wasser). In Hilchenbach warteten bereits Kai Strehlau, ein befreundeter Radsportler, und seine Frau mit einem zünftigen Mittags-Snack. Wie wertvoll dieser sein sollte, konnten die RTCler da jedoch noch nicht einschätzen. Nach Hilchenbach machte das Sauerland seinem Ruf als Mittelgebirge alle Ehre. Was nun folgte, war eine stetige Berg- und Talfahrt. Auf lange, steile Anstiege folgten steile, rasante Abfahrten.

Am späten Nachmittag erreichten die Fahrer dann die Jugendherberge am Biggesee, das zweite Etappenziel. Auch dieser Tag wurde mit einem gemeinsamen Abendessen und dem Austausch der Tages-Erlebnisse beendet.

Sonntagmorgen: Wie fast schon bei den Etappenfahrten üblich, begann dieser dritte Tag mit Regen. Glücklicherweise ließ dieser jedoch nach dem Frühstück nach. Teilweise sollte sogar für längere Zeit die Sonne scheinen, was das Bergische Land, das von nun an auf dem Routenplan stand, von seiner besten Seite zeigen sollte.

In Hülsenbusch, einem kleinen Ort nahe Gummersbach, wurde in einem ganz besonderen Gasthaus Mittagspause gemacht. In der genossenschaftlich geführten und damit vor der endgültigen Schließung geretteten „Gaststätte Jäger“ hatte eine Kollegin des Organisators Michael Truckenbrodt leckere Frikadellenbrötchen, Laugenstangen sowie das alkoholfreie Bier „Bergischer Sportsfreund“ (Nomen est omen.) für die Sportler bereitgehalten.

Gut gestärkt ging es jetzt, auch hier stetig auf und ab, wieder Richtung Süden weiter. Bis Overath hielt das gute Wetter. Dort jedoch erwischte ein heftiger Regenschauer die RTCler eiskalt. Nach dessen Ende beschlossen die Fahrer jedoch, auf den letzten Anstieg und die landschaftlich schöne Strecke östlich entlang der Wahnbachtalsperre zu verzichten und stattdessen entlang der viel befahrenen Schnellstraße über Lohmar und Siegburg zu fahren. In Anbetracht der zwischenzeitlich instabilen Wetterlage war diese Entscheidung leider unumgänglich.

Durch die landschaftlich schönen Sieg-Auen und Bonn führte der Weg nunmehr nur noch flach am Rhein entlang Richtung Heimat.

In Mehlem wurde die Tour von einigen Teilnehmern bei der dortigen Stamm-Eisdiele mit einem zünftigen Eisbecher beendet. Angst um die Kalorienzufuhr war hier jedoch unberechtigt. Schließlich wiesen die Radcomputer rund 350 Strecken-Kilometer und mehr als 4.500 Höhenmeter aus.

Ein schönes und erlebnisreiches Wochenende lag hinter den Fahrern. Ein wenig Schwermut war da nicht zu vermeiden. Ein Trost bleibt jedoch: Bekanntlich ist ja nach der Fahrt vor der Fahrt. Und das lässt schon jetzt Vorfreude an der nächstjährigen Etappenfahrt aufkommen.

Fotos: Angela Maya

Text: Michael Truckenbrodt

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